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Kroatien
Kroatien

Tournee zu Winnetous Jagdgründen

35 Musiker machten sich mit dem musikalischen Leiter Ulrich Fischer und dem blasharmonischen „Außenminister“ und Organisator aller Auslandsfahrten Andreas Landau auf, ihre Musik im Land an der Adria zu präsentieren.

Erste Station war die vor allem für ihr Bier berühmte Renaissance-Stadt Karlovac. Gemeinsam mit dem ortsansässigen Orchester gestalteten wir ein Konzert im Theater Zorin Dom, das nach dem Krieg aufwendig restauriert worden war. Gerade in Karlovac, einer Frontlinie im serbisch-kroatischen Krieg, sind noch heute an fast jeder Häuserfassade Spuren der Gewalt und Zerstörung zu sehen, wie die Musiker bei einer Stadtführung deutlich erkennen konnten. Bei einem deutsch-kroatischen Abschiedsfest zeigte sich die Musik dann auch als Sprache der Völkerverständigung, ehe unser Orchester die Weiterreise nach Ivanic-Grad antrat.

Dort umrahmten wir zusammen mit der Stadtkapelle am Pfingstsonntag das Firmfest vor der Kirche. Traditionell verlief auch der Abend, an dem uns eine kroatische Folklore-Feier mit kulinarischen und musikalischen Spezialitäten geboten wurde. Bei einer Reise durch Kroatien darf natürlich auch der Besuch der Hauptstadt Zagreb nicht fehlen. Bei einer Stadtführung besichtigten wir unter anderem auch die Kathedrale, das Wahrzeichen der Stadt.

Danach ging es weiter an die Plitvicer Seen, bekannt als Drehort aus den Winnetou-Filmen. Inmitten des 300 Quadratkilometer großen Naturparks musizierten wir für die zahllosen Tagestouristen, die die einmalige Schönheit der Landschaft des UNESCO Weltnaturerbes genossen.

Nach den terminreichen Tagen gönnten wir uns auf der Adria-Insel Rab zwei Tage Erholung, bevor wir zu unserer letzten Etappe nach Novi-Vinodolski aufbrachen. Beim dortigen Blasmusikwettbewerb der 16 besten Orchester des Landes traten die Blasharmoniker als Ehrengäste auf, und konnten die Zuhörer von ihrer hohen Qualität überzeugen.

Fast hätte uns eine leere Bus-Batterie noch einen Strich durch die Rechnung gemacht, doch auch das konnte schnell gelöst werden und so kamen wir wieder alle gesund und munter - mit kiloweise Ajvar im Gepäck - in Gersthofen an.





 
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China
China

Zu einer beeindruckenden Konzertreise brachen wir Ende August 2006 nach China auf. Die Eingewöhnung in diesen völlig anderen Kulturkreis gestaltete sich erstaunlich leicht. Neben dem fremden Essen und dem scheinbar in sich selbst kollabierenden Straßenverkehr waren wir sehr gespannt, wie unsere Musik in diesem fremden Land ankommen würde.

Zu unserer Zufriedenheit klappte nicht nur die gesamte Organisation, sondern es kamen auch die musikalischen Darbietungen bei den überrascht – neugierigen Zuhörern sehr gut an. So führte uns das Programm zu Auftritten der in Shenyang stattfinden Expo, zur Einweihung eines Hochhauskomplexes, zu einem Nachmittagskonzert in einem Einkaufszentrum, einem Ständchen bei der bayerischen Firma Dräxlmeier, sowie zu Darbietungen im Paulaner–Bräuhaus der Kempinski-Hotelkette in Shenyang und Peking.
Den musikalischen Höhepunkt aber bildete eindeutig der Auftritt auf dem Government Square in Shenyang. Dort spielten wir ein eineinhalbstündiges Konzert inklusive bayerischer Folklore (auch bekannt unter 'Schuabladln') vor etwa 5000 Zuhörern. Die sonst eher reservierten Chinesen gingen am Schluss so aus sich heraus, dass wir erst nach mehreren Zugaben von der Bühne gelassen wurden. Unsere Blasharmoniker-Aufkleber fanden danach reissenden Absatz, und auch unsere Wasserflaschen waren wohl sehr interessant...
Dieses Konzert bleibt wohl für alle Beteiligten unvergesslich!

Aber nicht nur musikalische Erlebnisse bereiteten Gänsehaut. Von den Eindrücken fast erschlagen wurden wir bei der Begehung der berühmten Chinesischen Mauer bei Dandong mit Blick auf die Grenze zu Nordkorea. Bekamen wir vom anstrengenden steilen Aufstieg schon weiche Knie, so war das Bewusstsein für die Bedeutung dieses Ortes, den man bis dato nur aus Fernsehberichten oder dem Geschichtsunterricht her kannte, nicht weniger ergreifend.

Nach dem Abschiedsabend in Shenyang führte uns die Reise weiter in die Hauptstadt Beijing (Peking), wo im Jahre 2008 die Olympischen Sommerspiele stattfinden. Es erstaunte uns nicht nur die momentan immense Bauaktivität der 14-Millionen-Metropole, sondern auch die historischen Bauten aus den Kaiserdynastien. Neben den Sehenswürdigkeiten und Auftritten blieb selbstverständlich auch genügend Zeit für Shopping, die für die harten Verhandlungen am Tresen auch bitter nötig war.

Der Heimflug verlief fast schon langweilig, wäre da nicht das leere Gepäckband am Frankfurter Flughafen gewesen. Nach dem ersten Schock war das aber auch nicht mehr schlimm, so mussten wir uns wenigstens nicht mit unseren Koffern im Zug plagen.

Für die Zuhausegebliebenen gab es jede Menge zu berichten, um auch Appetit zu machen auf die nächste Auslandsreise an den südlichsten Zipfel Europas.





 
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Watt, Wind und Wir
Watt, Wind und Wir

Nordfriesisches Haus Im nordfriesischen Wattenmeer liegt vor der Westküste Schleswig-Holsteins die stille Schwester der großen lebhaften Inseln Sylt, Föhr und Amrum: Pellworm - die grüne Insel
Doch mit der Stille war es schlagartig vorbei, als wir die Insel betraten (o;
Mit der Fähre setzten wir nach 12stündiger Busfahrt von Nordstrand nach Pellworm über. Hier wurden wir herzlich vom Bürgermeister Jürgen Feddersen empfangen, der uns zu unserer Unterkunft führte - dem "Kinderhof" der Familie Lucht. Trotz bester Verpflegung im Bus knurrten abends unsere Mägen; also nichts wie ab ins nächste Wirtshaus, wo wir ersten Kontakt mit der friesischen Küche bekamen (hmmm...). Leuchtturm Manche konnten schon am ersten Tag dem Ruf des Wassers nicht widerstehen und machten sich in der Dunkelheit noch auf den Weg zum Meer - war aber garnicht so einfach...
Am nächsten Tag gings nach einem fürstlichen Frühstück ab auf die Hallig Hooge. Beim Anblick unserer Nußschalen-Fähre glaubten wir jedoch nicht, dass wir soweit kommen würden, geschweige denn, dass wir da alle reinpassen. Das Schiffchen hielt, und auf unseren Instrumenten sitzend kamen wir trocken auf der Hallig an. Am Anlegepunkt wartete bereits eine Pferdekutsche, die uns zur Hanswarft brachte. Nach einem kühlen Flens gings ins Strumflutkino, wo wir die Gewalt des Meeres zu spüren bekamen. Bei brütender Hitze gaben wir im Café Seehund eine erste Kostprobe unserer Musik. Unter den Zuhörern waren auch unsere Freunde aus Bordelum - die Freude war natürlich riesengroß! Am späten Nachmittag hieß es wieder zurück nach Pellworm. Als Höhepunkt der Reise stand am Abend ein Kurkonzert in der Freizeithalle auf dem Programm. Mit unserem breiten Repertoire zogen wir unsere Zuhörer in unseren Bann. Die Hitze machte uns jedoch so zu schaffen, dass wir kurzerhand die bayrische Gemütlichkeit einführten - mit einer kühlen Runde Bier. Danach war Disco angesagt: Windmühle Bis weit in die Früh hinein belagerten wir die Tanzfläche und natürlich auch die Bar.
Aufstehen war am nächsten Morgen nicht jedermanns Sache, doch Musik stand wieder auf dem Programm; diesmal auf dem Hafenfest. Wer von uns bis jetzt noch keinen Sonnenbrand hatte, sollte heute einen bekommen, denn wieder war der Wettergott zu gnädig und Sonnenschirme waren leider aus. Zweimal durften wir uns auf der Bühne präsentieren - von Larridah bis Tiger-Rag. Auch heute waren wieder unsere Freunde aus Bordelum bei uns, die wir nach dem Fest an der Fähre nur ungern verabschiedeten.
Inmitten von Schafen Montag war Ruhetag, ein Tag ganz für uns allein. Einige machten sich mit dem Rad auf den Weg, andere rollten lieber auf kleineren Rädern dem Wind davon und die ganz anderen sorgten für den Einkauf für unsere Grillparty am Abend. Und wie es immer so ist, so gabs auch diesmal einen Schwerverletzten. Diesmal war es einer unserer Trompeter, der sein Fahrrad schon nach 50 Meter auf die Straße legte. Wir kamen aber dann doch noch alle gesund im Kinderhof an. Nach wunderschönen 4 Tagen ging unser Urlaub mit einer großen Grillparty mit all unseren Gastgebern zu Ende. Der Bürgermeister ließ es sich nicht nehmen, uns auch noch diese Party zu spendieren.
Die Rückfahrt war heiß, viel zu heiß, und viele waren in Gedanken noch auf Pellworm - mit Watt, Wind und wahrhaft netten Menschen.



 
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Blasmusik und Krabben pulen
Blasmusik und Krabben pulen

Nach erfolgreichen Auslandsreisen zog es die Gersthofer Blasharmoniker im Jahr 2000 nach Bordelum in Nordfriesland. Dort besuchten wir den Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Bordelum. Neben täglichen Standkonzerten war einer der musikalischen Höhepunkte die Serenade mit einem anschließenden Bayerischen Abend auf dem höchsten Punkt Nordfrieslands, dem Stollberg (44 Meter ü. N. N.). Mit standing ovations entließ uns das nordfriesische Publikum erst nach mehreren Zugaben. Jürgen Feddersen, Mitglied des Schleswig-Holsteinischen Landtages sowie Bürgermeister und Kurdirektor der Insel Pellworm, fand so großen Gefallen an unseren musikalischen Darbietungen, dass er uns spontan für nächstes Jahr im Rahmen einer Konzertreise auf die Insel Pellworm einlud.
Neben der Musik standen auch zahlreiche kulturelle und naturkundliche Exkursionen auf dem Programm. So wandelten wir in der Ausgrabungsstätte der ehemaligen Handelsstadt Haithabu auf den Spuren der Wikinger. Auch ein Besuch in dem erst seit einem Jahr bestehenden Wattforum Tönning durfte auf keinen Fall fehlen! In einigen malerischen Städtchen konnten wir die teilweise noch sehr traditionellen Lebensgewohnheiten der Nordfriesen erleben. Sogar die Kunst des Krabbenpulens erlernten wir unter fachkundiger Anleitung unserer Gastgeber. Unsere Anstrengung wurde mit einem Pharisäer, dem friesischen Nationalgetränk, belohnt. Heute schon freuen sich alle auf ein Wiedersehen anlässlich des diesjährigen Jahreskonzertes zum 10-jährigen Gründungsjubiläum der Gersthofer Blasharmoniker.



 
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Namibia
Namibia

Unter dem Motto "Musik kennt keine Grenzen" stand im August ´98 unsere dreiwöchige Konzertreise nach Namibia auf dem Programm.
Bei zahlreichen Konzerten in Grotfontein, Etosha und Windhoek überraschten und begeisterten wir mit unserem vielseitigen musikalischen Repertoire unser Publikum, ganz gleich welcher Hautfarbe. Das Highlight stellte hierbei ein Gemeinschaftskonzert mit den African-King-Singers, einer schwarzen a capella Formation aus Katatura, dar. Sie präsentierten neben englischen Songs auch Gesänge in ihrer Stammessprache. Natürlich gehörte auch ein touristisches Programm im Nationalpark (Etosha-Pfanne) zu unserer erlebnisreichen Reise. Doch nicht nur die wilden Tiere der afrikanischen Steppe sondern auch ein Schulbus aus Windhoek ließen die Fahrt zu einem unvergesslichen Abenteuer werden. So gehörte zum morgendlichen Ritual in unseren Zeltlagern der Etosha-Pfanne mindestens eine Busreparatur von unseren handwerklich begabten Musikern. Der Höhepunkt der etwa 3000 Kilometer langen Tour mit dem Schülertransporter war erreicht, als der Bus wegen Ausfalls des Luftkompressors beinahe ungebremst über die staubigen Straßen Namibias in Richtung Grotfontein rollte. Dort erwarteten uns bereits auf einer nahegelegenen Straußenfarm saftig gegrillte Steaks des zu 98% wirtschaftlich verwertbaren Vogels. Zum Abschluss des gelungenen Abends dachten wir an die einprägsamen Worte unseres Bushman-Guides: "Das schmeckt lecker. Das mag der Bushman sehr!" Wer von Euch jetzt auf den Geschmack gekommen ist, sollte mal in unserer Linkliste unter Namibia schauen !!



 
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Auf den Spuren der Highlaender
Auf den Spuren der Highlaender

Im August 1996 machte sich ein kleines Völkchen auf, um Schottland zu erobern. Diesmal nicht mit Waffen, wie es dieser geschichtsträchtige Boden schon so oft erlebte, sondern mit Musik. Von Gersthofen aus führte uns die Reise nach Hoek van Holland, Europas größtem Fährhafen bei Rotterdam, von wo aus uns eine Fähre über Nacht nach Hull in England brachte. Dort standen wir nun also auf der Insel, die schon Napoleon so gerne betreten hätte. Am Abend desselben Tages hatten wir unser Ziel erreicht. Inverness - Am Ende der "Großen Schlucht" liegt sie die "Hauptstadt der Highlands", jenes sagenumwobenen Landstrichs, der auch heute noch nichts von seinem Mythos verloren hat. Die Stadt selber ist zwar nicht sehr alt, sogar die Burg (zwar im alten Still erbaut) ist neueren Datums. Das frühere Castle war das Schloß von Macbeth, der angeblich hier König Duncan im Schlaf ermordete. Die Städtepartnerschaft zwischen Inverness und Augsburg jährte sich zum 40. Mal und so gaben wir im Rathaus ein vielbeachtetes Konzert, das im Anschluß interessante Gespräche über die ereignisreiche Geschichte Schottlands mit Mitgliedern des Stadtrats nach sich zog. Kein Wunder, daß wir uns aufmachten nach Culloden Moor, wo 1746 "Bonnie Prince Charlie", der vermeintliche Retter der Schotten, eine vernichtende Niederlage erlitt. In knapp einer Stunde fielen über 1000 Schotten bei nur 50 Toten auf englischer Seite. Natürlich führte unsere Reise auch ins Herz der Highlands, nach Loch Ness. In Drumnadrochit (das Kaff heißt wirklich so) sahen wir die "Original Loch Ness Monster Exibition", danach Urquart Castle, die Ruine einer der Zwingburgen König Edwards I. von England, und das Fort Augustus, eine um 1727 ausgebaute Festung, aus deren Resten eine sehenswerte Abtei entstand, die von Benediktinern der schottischen Kongreation von Regensburg errichtet wurde. Ein weiterer Punkt der Reise war die "Ile of Skye" im Nordwesten Schottlands. "Nebelinsel" heißt die größte Insel der äußeren Hebriden im Gälischen des Wetters wegen. Uns zeigte sie sich von ihrer schönen Seite. Highlight unserer Visite auf Skye war Dunvegan Castle, der Stammsitz der Mc Leods. Auf dem Weg dorthin kamen wir an Eilean Donan Castle vorbei, der Burg, die für die Außenaufnahmen des Films "Highlander" diente. Der Held des Films, der unsterbliche Connor Mc Leod hat dort nie gelebt, aber diese Burg ist auch unserer Meinung nach eine der beeindruckendsten Schottlands. Der wirkliche Stammsitz der Mc Leods, Dunvegan Castle ist die älteste noch bewohnte Burg Schottlands (seit dem 13. Jh. im Besitz der Familie) und hält in ihrem Inneren so manches Kleinod verborgen. Typisch schottische Natur sowie fast lebendige Geschichte bot die Gegend um Glencoe, wo wir inmitten der wunderschönen Berge der Highlands zelteten. Hier fand das grausige Massaker von Glencoe statt, dem viele schottische Clanführer zum Opfer fielen. Natürlich durfte eine Tour durch eine echte Whiskydestille nicht fehlen. Wir besuchten die Geburtsstätte des "Gen Ord" in Muir of Ord und ließen uns in die Geheimnisse der Herstellung des "Wassers des Lebens", wie Whisky auf gälisch heißt, einweihen. Bei den Highland-Games, einer Art Olympiade traditioneller schottischer Sportarten, fielen einige von uns mit ihren Lederhosen zwar auf, doch konnten sie die "coolen" Schotten damit nicht aus der Ruhe bringen. Schlußpunkt unserer Reise war Edinburgh, die Hauptstadt Schottlands, die überragt von einer 1400 Jahre alten Burg diesen Titel wirklich verdient hat. In der Burg lebte einst Maria Stuart und diese Burg beherbergt heute noch die schottischen Kronjuwelen. Solides Mittelalter begleitete uns durch die Altstadt, die wir nachts bei einer "Ghost-Tour" erkundeten, um tags drauf nach Gersthofen zurückzukehren.



 
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Russland
Russland

Die Gersthofer Blasharmoniker in Kooperation mit der DJO-"Deutsche Jugend in Europa" hatten die einmalige Gelegenheit auf Einladung der Samara Jugendunion eine Reise nach Russland in den Jahren 1994 und 1995 zu unternehmen. Anlass der Reise war das größte russische Folkfestival in den Wolgaauen von Samara jeweils am 1. Juli-Wochenende. Die Kontakte nach Russland bestehen seit 1993 über die Samara Jugendunion sowie die germanistische Fakultät der Universität Samara. Die bereits 1994 durchgeführte internationale Jugendbegegnung mit Folklorecharakter wurde 1995 durch eine weitere Reise vertieft. Nach einem Empfang in Moskau und einer Übernachtung ging es weiter ins Landesinnere nach Samara. Die Stadt Samara mit ca. 1 Mio. EW liegt 1000 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Moskau direkt an der Wolga. Die Gersthofer Blasharmoniker sowie die DJO- "Deutsche Jugend in Europa" hatten über die Kontakte zur Samara Jugendunion die Möglichkeit, einige Einrichtungen der Jugendarbeit zu besuchen. Unter anderem konnte ein Jugendpionierlager besichtigt werden, wobei diese Gelegenheit für ein Standkonzert und einen Tanzworkshop genutzt wurde. Von Samara aus ging es mit dem Vorstadtzug Richtung Grushin-Festival. Grushin ist einer der berühmtesten russischen Liedermacher, der beim Versuch, ertrinkende Kinder aus der Wolga zu retten, selbst sein Leben verlor. Im Gedenken an diesen berühmten Liedermacher wird jährlich mit wachsender Resonanz das Grushin-Folklore-Festival durchgeführt. Zu Zeiten des kalten Krieges noch verboten, erfreut sich seit Perestroika und Glasnost dieses Festival einem immensen Besucheransturm. Alle teilnehmenden Gruppen werden in einer riesigen Zeltstadt untergebracht und müssen sich in Vorentscheidungen für den großen Finalauftritt auf der Wolgabühne qualifizieren. Die Gersthofer Blasharmoniker durften als erste deutsche Gastgruppe beim großen Grushin-Finale auf der Wolgabühne vor 120.000 Zuhörern ihr Können beweisen. Die musikalischen Darbietungen wurden vom gesamtrussischen Fernsehen bis an die chinesische Grenze übertragen. Ebenfalls konnten auf allen Radiosendern in Russland Ausschnitte der Konzertbeiträge gehört werden. In allen einschlägigen Presseorganen in Russland wurde über das Grushin-Festival berichtet und in fast jedem Artikel wurde der Beitrag der Gersthofer Blasharmoniker hervorgehoben. Die vielen Gespräche am Lagerfeuer mit russischen Studenten und russischen Künstlern sowie die extreme Fähigkeit zur Improvisation unserer Gastgeber und die Herzlichkeit des Publikums hinterließ tiefe Eindrücke bei den Teilnehmern dieser Reise. Selbst Jahre nach der mittlerweile legendären Russlandfahrt sind die Erlebnisse immer noch Gesprächsthema so mancher gemütlichen Runde.